Blumenkohl mit Cherrytomaten, Oliven und Bärlauch

Gebratener Blumenkohl mit halbierten Cherrytomaten und grünen Oliven, gewürzt mit Chili, Kümmel, Oregano und frischem Bärlauch.

Gestern habe ich mich während meines Sonnentank-Spatziergangs mit einem wahren Kulturschatz auseinandergesetzt. Der Mensch hat ja bereits einige Dinge erreicht und leider verlieren wir modernen Vertreter unserer Spezies nur allzu oft die wirklich grossen Errungenschaften unseres Daseins aus den Augen. Wann hast du zum Beispiel überlegt, wie grossartig doch die Erfindung des Konservierens ist?

Jetzt habe ich dich überrascht? Überlege mal: Wo wären wir heute, hätte es diese Erfindung nicht gegeben? Sesshaftigkeit, ein Zuhause, Landwirtschaft – all dies wäre ohne die Methoden des Haltbarmachens gar nicht möglich.
Dabei haben sich unsere Vorfahren keinerlei “E-wie-viel-auch-immer” bedient, sondern auf natürliche Gärung, Salz und Öl gesetzt. Leider sucht man heute oft lange, bis man Produkte ohne schädliche Zusatzstoffe findet.

Faszinierend ist dann, wenn ich mir überlege, wie diese Methoden eigentlich funktionieren. Da im Rezept eigentlich ja Oliven eine Hauptrolle spielen möchte ich mich hier nur kurz zum Einlegen in Salz äussern. Diese Anwendung ist effektiv wie einfach: Oliven werden dabei in einer sehr salzigen Lösung (Zutaten: Oliven, Wasser, Salz) eingelegt und fertig…

Genau, das funktioniert perfekt! Solche Lebensmittel sind für die meisten Bakterien, Hefen und Pilze unerreichbar.
Das funktioniert folgendermassen: Jede Zelle besitzt teilweise durchlässige Membranen (Hüllen um die Zelle). In der Zelle drin befindet sich grösstenteils Wasser mit einigen Salzen, Proteinen und was auch immer gelöst. Ausserhalb der Membran ist es ähnlich. Automatisch findet nun ein ständiger Austausch statt, der die Konzentrationen der Stoffe auf beiden Seiten ausgleichen soll. Verschiedene Substanzen gelangen dabei unterschiedlich gut durch die Zellwand.

Für Mikroorganismen, die nun also unsere eingelegten Oliven vergammeln lassen wollen (beziehungsweise für die Bakterien wäre das einfach ihr Essen), bedeutet dies also, dass ihnen das viele Salz im Olivenglas buchstäblich das Wasser entzieht. Die hungrigen kleinen Eindringlinge wären verdurstet, ehe sie es sich am Mittagstisch bequem gemacht hätten.

Welch eine tolle Erfindung, dachte ich grinsend, während ich nach dem grossen Olivenglas im Regal meines Türkischen Ladens griff – Zutaten: Grüne Oliven, Wasser, Salz. Zufrieden bezahlte ich, packte ein, ging nach Hause (Bärlauch nicht vergessen) und kochte!

…hier kommt das Ergebnis für euch 🙂

Zutaten

1 Blumenkohl (300 g)
250 g Cherrytomaten (Kirschtomaten)
1 Hand voll Grüne Oliven
reichlich Olivenöl
1 TL Aceto Balsamico
1 TL Kümmel
1 TL Oregano
1 getrockneter Chili
15 Blätter frischer Bärlauch
eventuell Salz
Schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Den Blumenkohl in Röschen beliebiger Grösse teilen.
  2. Die Cherrytomaten halbieren und zusammen mit den Grünen Oliven in einer Schale bereitstellen.
    Wenn du willst kannst du die Oliven vorher entsteinen – ich mache das immer.
  3. Eine Bratpfanne kurz aufheizen, dann den Boden gut mit Olivenöl benetzen und den Blumenkohl darin auf mittlerer Heizstufe unter ständigem Umrühren braten.
    Das dauert so lange bis das Gemüse erste goldbraune Stellen erhält.
  4. Die Cherrytomaten mit den Oliven und dem Balsamico dazugeben und weiter gut umrühren. Nach einer Minute etwas Wasser dazugiessen und den Chili mit der Hälfte des Kümmels dazugeben.
    Deckel auf die Pfanne geben und kochen lassen, bis der Blumenkohl gar ist.
  5. Deckel entfernen und das Wasser einkochen lassen.
  6. Oregano, den restlichen Kümmel und fein geschnittenen Bärlauch dazugeben, umrühren, probieren, eventuell nachwürzen und salzen und mit Schwarzem Pfeffer aus der Mühle servieren.
    Fertig, guten Appetit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.