Gebratene Pouletherzen mit Lauch, Karotten und Apfel

Schnelle Pouletherzen-Pfanne mit Lauch, fein gehobelten Karotten und einem Apfel an einem kräftigen Sud aus Rotwein, Thymian und Rosmarin.

Auch wenn ich einmal schnell kochen will, greife ich nie zu Fertigprodukten. Nein, die erste Wahl bei solchen Gelegenheiten sollte einfach ein Gericht sein, das sich superschnell und ganz simpel zubereiten lässt – das sind genau die richtigen Momente für Hühnerherzen. Auch bei kurzem, scharfem Braten werden diese nämlich nicht zäh. Immer zart, saftig und voller Geschmack eignet sich dieses Fleisch auch besonders für Koch-Neulinge.

Einigen mag vielleicht ein wenig grausen bei der Vorstellung, das Herz eines Tieres zu essen. Was früher ganz normal war ist heute nicht mehr so verbreitet (zumindest kenne ich das so aus meinem studentischen Umfeld). Aber ich versichere dir, dass an diesem Stück Fleisch absolut nichts Schlechtes ist. Im Gegenteil: Herz ist unter den Innereien nämlich eine Ausnahme: Wie du vielleicht weisst, besteht das Herz praktisch nur aus Muskelfleisch. Nicht nur das, denn dieser Muskel ist auch der, welcher in deinem Körper wohl am meisten Arbeit verrichtet – beim Huhn ist das nicht anders.
Warum kaufst du wohl lieber Fleisch von Tieren, die sich viel bewegen konnten? Da geht es um Geschmack, um die Konsistenz, um Inhaltsstoffe – all dies findest du in den Pouletherzen auch.

Ich mag mich noch gut an meinen ersten Kontakt mit diesem Organ erinnern. Damals wusste ich bereits von meinem Papi, dass er sich in seiner Kindheit immer mit seinem Bruder um das Herz in von seiner Mutter zubereiteten Hühnersuppe gestritten hat. Es muss also etwas Leckeres dran sein an diesem hart umkämpften Stück, dachte ich mir.
Wie dann meine österreichische Oma (ja, ich bin Doppelbürger und darf sowohl von der schweizerischen als auch der österreichischen Kultur profitieren) eben solch eine Suppe gekocht hat sah ich mir dieses Herzli zuerst etwas kritisch an, probierte und war froh, dass es da noch einiges in der Suppe gab – sofort pickte ich diese Stücke heraus 🙂 .

Einige Zeit später habe ich die Pouletherzen wieder entdeckt – einfach weil sie so günstig sind – offenbar will sie einfach niemand haben, denn auch bei Fleisch bestimmt Angebot und Nachfrage den Preis… Gut für mich, denn ich ziehe diese kleinen Aromabomben jedem Edelstück vor – und ich bin mir fast sicher, wenn du das mal ausprobiert hast, wird es dir ähnlich ergehen.

Als Beilage empfehle ich einfach einen knackigen Salat mit saisonalem Gemüse, einer Hand voll Nüssen oder Kernen und frischen Kräutern.

Zutaten

300 g Pouletherzen
1 Stange Lauch
1 mittelgrosse Karotte
1 Apfel
1 Zehe Knoblauch
1 Glas Rotwein
1 bis 2 EL Olivenöl
Thymian
Rosmarin
1 Prise Paprikapulver
Salz
schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Zuerst bereitest du alles vor:
    Knoblauch schälen und fein hacken.
    Die Karotte in feine Scheiben schneiden oder hobeln.
    Den Lauch gut waschen (der hat immer Dreck in den Blattachseln) und in Ringe schneiden: Die grünen Teile eher dünn (so sind sie besser verdaulich) und den unteren weissen Teil etwas dicker (bis fingerdick).
    Den Apfel der Länge nach halbieren und entkernen. Dann in feine Schnitze schneiden.
  2. In einer gut vorgeheizten Bratpfanne das Olivenöl verteilen und sofort die Herzen dazugeben. Sofort gut umrühren und Hitze nach einigen Sekunden etwas reduzieren. Nach etwa einer Minute alle vorbereiteten Gemüse dazugeben und weiter braten.
  3. Nach weiteren 5 Minuten das Ganze mit dem Rotwein ablöschen, salzen, Thymian und Rosmarin dazugeben und kochen lassen, bis die Flüssigkeit beinahe wieder verdampft ist.
  4. Schau nach ob die Herzen schon gar sind und die Apfelschnitze weich: Der Apfel sollte ein bisschen zerfallen und wie ein Mus alle Zutaten miteinander verbinden. Falls dies noch nicht der Fall ist, etwas Wasser dazugeben und weiter kochen lassen.
  5. Am Schluss einige frische Rosmarin- und Thymianblätter dazugeben, eventuell nochmals salzen und mit Pfeffer und Paprika abschmecken.
    Fertig, guten Appetit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.