Geröstete Maroni

Im Ofen bei Vollgas geröstete Maroni: Ganz einfach den wärmenden und sättigenden Europäischen Strassenklassiker zu Hause machen.       

Wir kennen es alle und natürlich lieben wir es (jedenfalls jeder, den ich kenne). Maroni gehören einfach in den Herbst. Sobald es kühler wird hört man die Rufe aus allen Gassen: „Heissi Maroni!“, klingt es von da und dort. Auch ich konnte der Versuchung nicht widerstehen. Aber wenn ich Maroni kaufe, so kaufe ich sie roh und esse sie zu Hause.

Wer das schon einmal versucht hat, Maroni im Supermarkt zu kaufen und sie dann selbst im heimischen Herd zu rösten, der weiss, dass das, was da aus seinem Ofen kommt, nicht im geringsten eine Konkurrenz zu den Nüssen der Strassenverkäufer darstellt. Auch ich habe das schon erlebt: Sie sind zu trocken, lassen sich schlecht schälen und sehen einfach nicht so aus, wie die Maroni aus den Spezialöfen der Händler. Das merkt gar ein Blinder, denn das beim Öffnen typische knacken fehlt meistens, wenn die Nüsschen zu Hause gegrillt werden.

Ich habe mich dann gefragt, woran das wohl liegen mag. Es kann nicht nur der Grill der Strassenverkäufer sein. Wer einmal einen von ihnen nach rohen Maroni gefragt hat, der wird sich wahrscheinlich über den gut doppelt so hohen Preis, verglichen mit demjenigen vom Supermarkt, gewundert haben. Die Antwort aber liegt genau da drin.

„Die sind kühl gelagert.“ Das hat mir die freundliche Maronirösterin erklärt, als ich diese Frage vergangenes Wochenende gestellt habe. Migros oder Coop würden ihre Kastanien nicht kühlen, deshalb fühlten sie sich auch anders an und deshalb gebe man die Empfehlung, die Kastanien vor dem Rösten zu wässern. Ein echter Profi legt seine Maroni nie in Wasser ein.

Ich habe mir von ihr welche gekauft und sie dann auch nach Tipps für die Zubereitung gefragt. Demnach ist auch die Temperatur entscheidend. Die 200 °C Umluft sind purer Blödsinn, damit kann man Maroni höchstens backen. Rösten geht anders. Ich habe meine Portion deshalb den vollen 300 ° der Grillfunktion in Kombination mit Heissluft (das gibt sicherlich noch einen 50 ° Bonus) ausgesetzt. Und siehe da, das, was ich da aus den Nüssen, gekauft bei der freundlichen Maronirösterin, zubereitet habe, das kam nun wirklich an jene Maroni ran, die wir aus den Gassen kennen und die uns im Winter zwischendurch die Hände wärmen. Knusprige Schalen, die sich ganz einfach lösen lassen, fast schon saftig süsses Fleisch und einen betörenden Duft. So, liebe Leute, macht man das…

Ein bisschen mehr Gefühl ist jedoch schon noch dabei: Anderer Verkäufer, andere Methoden. In der Zürcher Bahnhofsstrasse habe ich nochmals nachgefragt. Ich lerne schliesslich immer gerne dazu und sich das Beste aus mehreren Tipps zusammenzufassen ist sicherlich keine schlechte Idee. Dieser Verkäufer meinte, dass es wichtig sei, die Temperatur zurückzunehmen, sobald die Maroni zu schwitzen beginnen. Das könne man beobachten, sobald sie sich beginnen zu öffnen (also nach etwa 5 Minuten).

Zutaten

Maroni (nicht aus dem Supermarkt, sondern vom Profi in der Gasse)

 Zubereitung

  1. Den Backofen auf so heiss wie möglich (bei mir 300 °C) vorheizen. Dabei die Grillfunktion verwenden (das gibt noch ein paar Grade extra).
    Dazu legst du ein Backblech mit dickem Boden (z.B. ein rundes Pizzablech) auf das mittig eingeschobene Ofengitter und lässt dieses ebenfalls heiss werden.
    Zusätzlich, um ein etwas feuchtes Klima zu schaffen, solltest du ein mit Wasser gefülltes Gefäss daneben stellen.
  2. Die Kastanien, falls dies nicht schon zuvor erledigt wurde, mit einem scharfen Messer einritzen. Dabei aber nur die Schale ritzen und das Fruchtfleisch möglichst nicht verletzen.
  3. Die Maroni schliesslich in den Ofen geben, auf das vorgeheizte Pizzablech geben.
  4. Nach etwa 5 Minuten solltest du sehen, dass sie sich geöffnet haben und zu schwitzen beginnen.
    Nun ist es nötig, den Ofen auf Unter- und Oberhitze umzustellen und die Temperatur auf 200 bis 210 °C zu reduzieren.
    Die Kastanien ebenfalls ein bisschen umrühren.
  5. Nach weiteren 15 Minuten sind sie fertig.
    Heiss geniessen
    Fertig, guten Appetit!

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