Geschmorte Hühnerbeine mit Quitte und Mandeln

Hühnerbeine aus dem Ofen, geschmort in einer Sauce aus Rotwein, Quitte, getrockneten Tomaten und Kräutern, garniert mit gerösteten Mandeln.

Die Quitte ist ein Kernobst, das bei uns leider ein  bisschen in Vergessenheit geraten ist – ganz im Gegensatz zu Nordafrika und dem nahen Osten, wo man die harte Frucht gerne in Schmorgerichten verwendet.
So ist dem Zentraleuropäer die Quitte meist nur in Form des Gelees auf dem morgendlichen Brot bekannt.

Dies mag vielleicht daran liegen, dass die Quitte vor dem Verzehr gekocht werden muss, denn im Gegensatz zu Äpfeln und Birnen sind rohe Quitten absolut kein Genuss. Das Fruchtfleisch ist nämlich sehr hart und reich an sogenannten Steinzellen. Dabei handelt es sich um einen speziellen Zelltyp, der überdurchschnittlich viel Lignin (Holzstoffe) in seinen Zellwänden einlagert – erkennbar sind diese Ansammlungen der Steinzellen auch von blossem Auge: Bei genauem Betrachten siehst du immer wieder kleine “Kernchen” im Fruchtfleisch, die sich farblich vom Rest unterscheiden. Auch Birnen enthalten diese Steinzellen, jedoch in weitaus geringerer Konzentration.

Was bringt dann die Quitte überhaupt? Nun, neben dem leckeren Geschmack sind Quitten ziemlich gesunde Früchtchen. Die eben genannten Steinzellen helfen nämlich beim “Abtransport” der Speisereste durch deinen Enddarm – sie werden von Darmbakterien beinahe nicht verdaut, da auch sie damit relativ wenig anfangen können (die Darmflora des Bibers kann dies).
Daneben sind Quitten reich an Pektin (ein Ballaststoff und natürliches Geliermittel) und Gerbsäuren. Beide wirken ebenfalls Verdauungsunterstützend und können sogar Schwermetalle wie Quecksilber binden und abführen. Wow, nicht schlecht für so ein “langweiliges” Stück Obst…

Um vorab Missverständnissen auszuweichen: Ich schäle die Quitten in meinen Rezepten nie! Die Schale wird beim Kochen butterzart. Lediglich beim Entfernen des Kerngehäuses solltest du sehr achtsam und genau vorgehen – es ist sehr hart, wird auch nach langen Garzeiten nicht weich.

Dazu passen Kohlgerichte (bei mir war’s gebratener Rosenkohl), Wurzelpetersilien, Pastinaken, Kürbis, usw…

Zutaten

2 Hühnerbeine
1 Quitte
1 Karotte
1 Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
1 Hand voll getrocknete Tomaten
1 Glas Rotwein
1 frischer Rosmarinzweig
frische Petersilie
10 g Mandeln
Olivenöl
2 Lorbeerblätter
6 Nelken
Thymian
1 Prise Kurkuma
1 Prise Zimt
Salz
Schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen.
  2. Einen Schmortopf oder einen anderen ofenfesten Kochtopf nehmen und den Boden mit Olivenöl decken (etwa 2 EL).
  3. Die Zwiebel halbieren, schälen und auf der runden Seite jeder Hälfte ein Lorbeerblatt mit je drei Nelken fixieren.
  4. Den Topt erhitzen und die Zwiebel mit der flachen Seite nach unten ins Öl legen. Dann langsam braten lassen, bis die Zwiebel unten gold-braun wird.
  5. Währenddessen die Karotte in feine Scheiben schneiden.
    Die Quitte der Länge nach achteln und das Kerngehäuse gut ausschneiden. Die Hälfte der Quitte nun in feine Stücke schneiden, der Rest wird im Ganzen mitgegart.
    Die getrockneten Tomaten hacken.
    Knoblauch schälen und ebenfalls grob hacken.
  6. Wenn die Zwiebel soweit ist, das ganze Gemüse in die Pfanne geben, die Hühnerbeine obenauf legen, alle Gewürze ausser der Petersilie dazugeben und den Wein angiessen. Dann so viel Wasser dazugeben, dass das Fleisch beinahe zugedeckt ist.
  7. Das Ganze gut aufkochen lassen und dann für etwa 120 Minuten im Ofen backen. Etwa alle 20 Minuten den Topf kurz herausnehmen und die Hühnerbeine mit dem entstehenden Sud begiessen – nimm dazu am besten einen grossen Löffel.
    Falls du merkst, dass keine Flüssigkeit mehr da ist, giesse einfach etwas Wasser nach.
  8. Die Mandeln in einer kleinen Pfanne rösten, fein hacken und auf die Seite stellen.
  9. Am Schluss den Topf wieder auf den Herd stellen, die Hühnerbeine auf einen Teller legen, die Sauce probieren, eventuell nachwürzen, die frische Petersilie fein dazuschneiden, die gehackten Mandeln dazugeben und nochmals gut umrühren. Wenn alles stimmt, die Sauce über und neben den Hühnerbeinen anrichten und servieren.
    Fertig, guten Appetit!

2 Kommentare

  1. Super Rezept, kennen wir auch aus der osmanischen Küche. In der Türkei wachsen Quittensorten die durchaus zum rohen Verzehr geeignet sind. Sie sind süßer und enthalten weniger dieser Steinzellen (höre dieses Wort zum ersten Mal :). Aber die sind trotzdem nicht jedermanns Fall :))

    Aber eine Frage stellt sich mir noch, ich kenne mich mit Paleo nicht so gut aus, wie ist es mit Rotwein? Ist das nicht verarbeitet?

    Liebe Grüße aus Düsseldorf
    Orkide

    1. Danke für das Lob.
      Ja, ich habe auch gelesen, dass es Quittensorten gibt, die auch roh geniessbar sind. Ich habe dies aber nicht erwähnen wollen, da man die hierzulande nicht kriegen kann…

      Rotwein ist ein sosolala-Ding. Ist zwar verarbeitet, aber ich nehme einen sogenannten Naturwein – dieser wird mit den Hefen, die natürlicherweise auf den Trauben vorkommen vergoren.
      Viele die Paleo essen geniessen ab und zu ein Glas Rotwein. Streng genommen ist es aber so, dass Rotwein nicht paleo ist, da er Alkohol enthält (logisch) und man Alkohol bei Paleo meiden soll.

      Ich selber mache ja aber Paleo, weil ich ein Reizdarmsyndrom habe. Rotwein vertrage ich aber gut, deshalb will ich darauf nicht verzichten (es gibt den aber nur selten bei mir 🙂 ).

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