Geschmorte Pouletbeine mit getrockneten Tomaten und Steinpilzen

Getrocknete Tomaten und Steinpilze geben eine kräftige Sauce zu diesen in Rotwein geschmorten Hühnerbeinen mit Thymian und Rosmarin.

Dieses Rezept setzt auf kräftige, wärmende Aromen von gerösteten Zwiebeln, Tomaten und Steinpilzen.
Weil ich sehr viel auf dem Mountainbike bin und meine Nahrung eher schlecht verwerte, habe ich entsprechend wenig Reserven und friere an kälteren Tagen sehr schnell. Nach einem kühlen, am Ende noch verregneten Sonntag, den ich vor allem imFreien verbracht habe (wie eigentlich jeden Sonntag, wenn möglich) war dies das perfekte Fleischgericht meines Abendlichen Gelages. Auf die Idee bin ich während des Joggings am Morgen gekommen und musste dann mangels vorrätigen Tomaten und Steinpilzen unbedingt noch schnell das Zeug besorgen…
…ich würde meinen, dass es sich gelohnt hat!

Dieses Schmorgericht ist zwar ein wenig fettig, aber auch das ist im Winter eher schnell verbrannt. Ausserdem ist es genau das Fett, das die meisten Speisen so lecker macht. Neuste Studien haben ja auch ergeben, dass Fett weniger fett macht 🙂 als hohe Werte an Kohlehydraten. Also nur ungeniert zugreifen und dafür etwas weniger Stärke bunkern.

Zum Kochen: Das Rösten der Zwiebeln dauert eine gute Weile und es ist dabei unerlässlich, dass du genügend Olivenöl verwendet hast. Anderenfalls Endest du schnell mit äusserst bitterer “Zwiebelkohle” anstatt den leckeren caramellisierten Geschmacksbomben. Dadurch dass wir den Zwiebeln lange Zweit geben um eine schöne, gleichmässig braune Farbe annehmen zu dürfen, entsteht eine intensive Süsse und eine unvergleichliche Röstnote, die man anders eher schwer in ein Schmorgericht einbringen kann. Dabei dürftest du schon während des Kochens ziemlichen Hunger bekommen, da die frei werdenden Düfte einfach betörend sind (war jedenfalls bei mir so). Das lange Garen der Zwiebeln macht sie ausserdem leichter Verdaulich (so bleiben die Gerüche am Folgetag aus…).

Danach folgt das lange Köcheln mit Wein und den restlichen Zutaten. Dabei wird das Fleisch wegen der in Rotwein enthaltenen Gerbsäuren unglaublich zart und es entsteht eine dicke, intensiv würzige Sauce. Mit frischen Tomaten wäre dies kaum zu erreichen, da sie schnell zerfallen und dann ein Reduzieren der Flüssigkeit, ohne dass etwas anbrennt, schwierig wird.

Bei mir hat es dazu gekochten, kräftig mit Kümmel gewürzten Rosenkohl gegeben. Den kann ich als Beilage sehr empfehlen. Ebenfalls lecker wäre gedämpfter Fenchel.

Zutaten

2 Pouletschenkel
2 Zwiebeln
20 g getrocknete Tomaten
10 g getrocknete Steinpilze, in wenig warmem Wasser 30 Minuten eingeweicht
2 Zehen Knoblauch
1 Glas Rotwein
Olivenöl
1 frischer Rosmarinzweig
1 Prise Thymian
3 Lorbeerblätter
2 Prisen Fenchelsamen
schwarzer Pfeffer
Salz

Zubereitung

  1. Die Zwiebeln schälen und quer halbieren.
    Einen Schmortopf auf der heissen Herdplatte erhitzen und den Boden mit Öl bedecken (es braucht genug Öl, aber auch nicht mehr als das…).
    Dann die Zwiebelhälften mit der Schnittfläche nach unten auf niedriger Flamme braten. Es soll dabei nur leise brutzeln und die Zwiebeln sollen immer wieder bewegt werden. Mit einer Gabel kannst du von Zeit zu Zeit die Zwiebeln umdrehen um die Bräunung zu kontrollieren.
  2. Sobald die Zwiebeln goldbraun angebraten sind (dauert etwa 5 Minuten) das Ganze mit dem Rotwein ablöschen.
  3. Den Knoblauch schälen, halbieren und dazugeben.
    Die getrockneten Tomaten in Würfel schneiden und dazugeben. Auch die Steinpilze samt dem Einweichwasser hinzufügen.
    Den Rosmarinzweig bis auf einige Nadeln für die Dekoration zusammen mit Pfeffer, 1 Prise Thymian, den Fenchelsamen, dem Lorbeer, etwas Salz und am Schluss dem Fleisch nun ebenfalls in den Topf legen und so viel Wasser angiessen, dass das Fleisch beinahe bedeckt ist.
  4. Dann den Pfannendeckel auf den Schmortopf geben, das Ganze aufkochen lassen und dann auf niedriger Flamme 1 bis eineinhalb Stunden leise köcheln lassen.
    Die letzte halbe Stunde den Deckel wegnehmen, so dass das Wasser verdunsten kann. Die Sauce wird reduziert. Dabei solltest du die Pouletschenkel immer wieder wenden, damit sie von allen Seiten das Aroma des Suds aufnehmen.
  5. Am Schluss das Fleisch auf einen Teller legen und die Sauce probieren. Eventuell nochmals salzen und mit Thymian nachwürzen, dann alles über das Fleisch giessen und mit den restlichen Rosmarinnadeln sowie mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer garniert servieren.
    Fertig, guten Appetit!

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