Guaven Curry mit Hühnerbeinen

Würzig-fruchtiges Curry mit eigener, frisch gerösteter Gewürzmischung, Tomate, Guave, Hühnerbeinen und Kokosmilch, garniert mit Basilikum.

Currys kochen ist einerseits super-easy, andererseits eine Wissenschaft. Für mich bedeutet das Zubereiten eines Currys eineinhalb Stunden pure Küchen-Sinnlichkeit. Dabei lasse ich es mir natürlich nicht nehmen, die Basis eines jeden Currys, also die Gewürzmischung, immer frisch zusammen zu mischen und zu rösten. Schon der Geruch, der beim Zermahlen der Gewürze im Mörser frei wird, lässt einen erahnen, dass man gerade ganz locker beinahe jede auf dem Markt erhältliche Fertigmischung gnadenlos in den Schatten gestellt hat: Gemahlenen Gewürzen kann man nämlich problemlos alles mögliche untermischen, was man eigentlich gar nicht essen will, zweitens verliert so ein “Fertigprodukt” (wie übrigens auch gemahlener Kaffee) nach nur wenigen Minuten bis zu drei Viertel des Aromas. Das glaubst du nicht? Hast du dich noch nie gefragt, warum der frisch gemahlene Kaffee so gut riecht und was denn mit diesen Geruchsstoffen wird?
Jeder Geruch, den deine Nase registriert besteht aus einigen, bis vielen tausenden einzelnen Molekülen. Deine Nase, beziehungsweise das Riechepithel in der oberen Nasenhöhle, nimmt diese unzähligen Komponenten auf und gibt die Reize an dein Gehirn weiter. Dieses wiederum filtert unwichtige Komponenten aus, mischt den Rest zusammen und lässt den Eindruck eines Aromas entstehen.

Aber genau diese Geruchsmoleküle, die jetzt durch die Luft in deine Nase gelangt sind, fehlen jetzt in dem Produkt, welches da so gut riecht – je stärker also der Geruch, desto schneller ist dieser dann auch verloren (oder einzelne Komponenten davon).
Besonders leicht flüchtige Geruchsmoleküle sind davon natürlich stark betroffen: Deshalb: Kaffee, Gewürze, Pestos, etc. für das ultimative Geschmackserlebnis immer frisch zubereiten – ein Aufwand der sich wirklich lohnt!

Zum Rezept bleiben mir noch folgende Worte: Bisher habe ich Currys wahnsinnig gerne mit frischen Mangos oder Papayas zubereitet – ich liebe diese fruchtige Einlage, weil es das gesamt-Geschmacksbild echt toll abrundet. Wie ich dann aber bei meinem indischen Lebensmittelladen eine nicht mehr zu verkaufende Guave erhalten habe, musste ich daraus natürlich etwas machen: Von einem Praktikum in einem Tropenhaus weis ich noch genau, wie solch eine Guave schmeckt und kam sofort auf die Idee eines Currys mit Huhn. War eine gute Entscheidung.

Dazu hat’s bei mir gebratene Auberginen und Susskartoffelchips gegeben.

Zutaten

2 Stück Hühnerbeine
1 Guave (In asiatischen Lebensmittelläden erhältlich)
1 grosse Tomate
1 grosse Zwiebel
1 daumengrosses Stück Ingwer
2 Zehen Knoblauch
125 ml Kokosmilch
2 EL Kokosraspel
1 EL Aceto Balsamico
1 TL Palm- oder Kokoszucker (alternativ: Honig)
1 EL Kokosöl
1 Prise Zimtpulver
1/2 TL Kurkuma
1 Zweig Basilikum
Salz

Für die Currymischung:
2 Prisen Kreuzkümmel
1/2 TL Bockshornklee
4 Nelken
1 TL schwarze Senfsamen
5 Kapseln grüner Kardamom
2 Birds-Eye Chilis
1 TL Koriandersamen
2 Prisen Fenchelsamen

Alternativ: 1 EL Currypulver Madras

Zubereitung

  1. Zuerst bereitest du die Currymischung zu: Dazu den Kreuzkümmel, Nelken, Bocksornklee, Senfsamen, Chilis, Koriandersamen und Fenchelsamen miteinander mischen und in einer kleinen Pfanne rösten, bis die Senfsamen zu knacken beginnen und das Ganze einen intensiven Geruch verströmt.
  2. Sofort die Gewürze in einen Mörser geben.
    Die Kardamomkapseln aufbrechen und die darin enthaltenen Samen in den Mörser geben.
    Dann die Gewürze fein mahlen.
  3. Zwiebel und Knoblauch schälen und zusammen mit dem Ingwer fein hacken.
    In einer Bratpfanne das Kokosöl schmelzen und erhitzen, dann Zwiebel, Knoblauch und Ingwer dazugeben und langsam dünsten.
  4. Währenddessen die Guave mit einem Sparschäler schälen und der Länge nach in schnitze schneiden. Das Innere mit den Samen herausschneiden – du brauchst es nicht. Zurück bleibt ein 1,5 bis 2 cm dicker Rand aus samenlosem Fruchtfleisch. Dieses in feine Würfel schneiden.
  5. Die Tomate in Würfel schneiden.
  6. Wenn die Zwiebel schon glasig aussieht, diese in der Pfanne auf die Seite schieben und die Hühnerbeine in die Mitte der Pfanne legen.
    Rund herum nun die gewürfelte Tomate und Guave verteilen, die Currymischung, Kurkuma, Zimt, Salz, Balsamico und Kokosraspel dazugeben, einen Becher Wasser dazu giessen und gut umrühren.
  7. Den Deckel auf die Pfanne geben und das Ganze für etwa eine Stunde leise köcheln lassen.
  8. Nach Ablauf der Zeit den Deckel entfernen und die Hitze aufdrehen. So kochen lassen, bis die Restflüssigkeit fast gänzlich verdampft ist. Dann die Kokosmilch angiessen, das Basilikum fein dazu schneiden, umrühren, probieren und eventuell nochmals salzen.
    Danach sofort servieren.
    Fertig, guten Appetit!

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