Kaninchen mit Fenchel und Zwetschgen

In Rotwein geschmortes Kaninchen mit Speck, frischen Kräutern und Fenchel, verfeinert mit Tomatenmark und Kokosmilch, garniert mit gerösteten Zwetschgen.

Etwas, das ich besonders gerne mag, ist es, Fleischgerichte mit Obst zu kombinieren. Man kennt das sonst von klassischen Grillsaucen: Die Devise lautet immer, einen süsslich-säuerlichen Geschmack zu erreichen. So sind Ketchup, Mangosaucen und verschiedenste Arten von Senf längst keine Seltenheit mehr.

Das ist der Grund, warum ich oftmals sehnsüchtig an den momentan prall gefüllten Obstbäumen hochsehe und mir denke, wie schön es doch wäre, Zugang zu einem von ihnen zu haben. Klar, ich könnte stehlen, aber das macht man nicht. Deswegen bin ich froh, dass es Leute gibt, die es toll finden, wenn ihnen brave Bürger beim Essen helfen. So jemand lebt bei meinen Eltern im Nachbarhaus. Es handelt sich um ein älteres Bauernhaus mit einigen Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäumen. Wie ich am Sonntag von meiner morgendlichen Biketour wieder beim elterliche Haus angekommen bin, habe ich den Baum gesehen und logischerweise bemerkt, dass er übervoll mit reifem Obst war. Da ich einen guten Draht zu der Besitzerin habe, bin ich hingegangen und habe sie gefragt, ob ich mich für das geplante Schmorgericht am Abend bedienen dürfe. Ich solle nur nehmen, was ich wolle, sie sei froh, wenn es wegkäme.

Gefreut habe ich mich, denn die vollreifen Zwetschgen haben vorzüglich geschmeckt und so habe ich mir die benötigte Portion mitgenommen (an dieser Stelle kommt mir der Gedanke, dass ich mich schon auf den nächsten Besuch freue…).

Zuerst wollte ich die delikaten Früchte einfach mitschmoren. Doch zum Glück hatte ich gleichzeitig eine Portion Kürbis im Ofen und so kam der Gedanke, dass das doch viel geiler wäre, wenn die Früchte separat rösten würden… Auch der Kürbis würde sich über eine kleine Röstnote durch den Ofengrill freuen und so sprang die Backtemperatur kurzzeitig auf die benötigten 230 °C und machten aus den frischen Zwetschgen diese tolle Dekoration.

…Und ja, der Kürbis war auch gut… 🙂

Zutaten

1 Portion Kaninchen
50 g Speck, geräuchert
1 grosse Schalotte
2 Zehen Knoblauch
2 Blatt Lorbeer
frischer Salbei
frischer Thymian
100 g Zwetschgen, möglichst kleine
1 Fenchelknolle
2 EL Tomatenmark
1 EL Olivenöl
75 ml Kokosmilch
1 dl Rotwein
getrockneter Thymian
5 Nelken
Salz
Schwarzer Pfeffer

 Zubereitung

  1. In einem Schmortopf einen Esslöffel Olivenöl kurz vorheizen. Den Speck entweder geschnitten oder auch im Ganzen hineingeben, die Kaninchenteile rund herum arrangieren und alles beidseitig schön golden anbraten.
  2. Währenddessen den Knoblauch und die Schalotte schälen. Diese nach dem Anbraten des Fleisches ebenfalls in den Topf geben und kurz mitrösten.
    Das Tomatenmark, Nelken und sämtliche Kräuter hinzufügen und sogleich mit Rotwein ablöschen.
    Am besten noch etwas Wasser hinzufügen und das Ganze danach bei niedriger Flamme zwei Stunden schmoren lassen.
  3. Den Fenchel der Länge nach in Viertel schneiden und für die letzten 30 bis 40 Minuten ebenfalls mitschmoren lassen.
  4. In der Zwischenzeit den Backofen auf 230 °C Grillfunktion vorheizen. Die Zwetschgen halbieren und entsteinen. Mit der Schnittseite nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und in der Oberen Hälfte des Ofens für 3 bis 5 Minuten rösten. Dabei werden die Früchte weich und Saft tritt aus.
  5. Die Zwetschgen entnehmen und eine oder zwei Hälften in die Schmorpfanne geben. Dort gut mit der Sauce mischen.
  6. Am Schluss das Fleisch auf einen Teller geben. Die Fenchelspalten ebenfalls aus dem Topf nehmen.
    Die Kokosmilch in die Sauce mischen und das Ganze mit Salz, Pfeffer und eventuell etwas Thymian abschmecken.
    Danach die Sauce zum Fleisch und Fenchel geben und das Ganze mit den gerösteten Zwetschgen garnieren.
    Fertig, guten Appetit!

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