Kapaun mit Dörrtomaten Maroni Sauce

Geschmorte Keule vom Kapaun mit getrockneten Tomaten, Tomatenmark, Weisswein und Maroni, gewürzt mit Lorbeer, Rosmarin und Salbei.

Heute geht es ums Tierleid. Dieses Stück Fleisch ist nämlich etwas ganz besonderes. Eine “Spezialität” wie sie nur an Weihnachten erhältlich ist. Diese riesige Keule stammt von einem Kapaun dabei handelt es sich um einen kastrierten Masthahn. Unter Tierschützern ist diese Zuchtmethode höchst umstritten, das Tier leide nur des Genusses wegen.
Ich konnte nicht herausfinden, warum dies so gemacht wird. Ich vermute aber dass, da beim Kapaun kein Kokurrenzverhalten gegenüber Artgenossen (anderen Hähnen) zu beobachten ist, dadurch überhaupt erst viele Hähne auf einmal gehalten werden können.

Warum habe ich dennoch ein solch umstrittenes Produkt gekauft, ist mit doch das Wohl meines Tieres eine wichtige Angelegenheit…
Es war kurz nach den Weihnachtsfeiertagen – die Migros hatte für das Fest französische Kapaune verkauft, aus Freilandhaltung mit einem offiziellen und meiner Meinung nach sehr guten Gütesiegel – das stimmte mich schon ein wenig milder wegen der “Qual” der Tiere. Ich habe schon vor Weihnachten gedacht, dass dieser hohe Stapel an Qualitätsfleisch wahrscheinlich nicht verkauft wird. Siehe da, nach den Feiertagen lagen da noch mindestens zehn dieser riesigen Keulen – 500 g pro Stück, zum halben Preis. Nach dem Datum war es höchste Zeit, diese zu verkaufen, noch am selben Abend müssten die Packungen in den Abfall.

Wenn es beim Fleischkonsum eine Sache gibt die mich mehr stört, als dass ein Tier leidet, dann ist es die Tatsache, dass es umsonst gestorben ist. Ich bin im Restaurant schon auf Leute zugegangen und habe ihnen, auf ihre Reste am Teller verweisend, gesagt, dass genau dafür ein Tier umsonst gestorben sei. Mit der Absicht, einige dieser Weihnachtskapaune zu “retten”, habe ich mir drei solche Keulen gekauft und eingefroren – Fleisch für einige Tage. So hat es zumindest einen Zweck gehabt, dass man die Hähne geschlachtet hat.

Natürlich will ich nicht, dass du jetzt einen Kapaun kaufst – genau so gut geeignet ist zum Beispiel ein Trutenschenkel, den es das ganze Jahr über aus Freilandhaltung zu kaufen gibt.

Zutaten

1 Schenkel vom Kapaun, bzw. Truthahn
125 g Maroni, roh, geschält (Tiefkühltheke)
4 getrocknete Tomaten (halbe Tomaten)
1 Schalotte
1 Zehe Knoblauch
1 frischer Zweig Rosmarin
einige Salbeiblätter
3 Blatt Lorbeer
1 dl Weisswein
2 EL Tomatenmark
2 EL Olivenöl
1 TL Paprika
Schwarzer Pfeffer
Salz

 Zubereitung

  1. Den Ofen auf 150 °C Umluft vorheizen.
  2. In einer ofenfesten Bratpfanne zwei Esslöffel Olivenöl verteilen und den Schenkel auf mittlerer Flamme beidseitig jeweils 5 bis 7 Minuten braten. Dabei die Pfanne zudecken.
  3. In dieser Zeit die getrockneten Tomaten fein zerschneiden.
    Salbeiblätter von den Zweigen Zupfen, Rosmarinnadeln abzupfen.
    Schalotte und Knoblauch schälen, beides mit der Hand leicht quetschen.
  4. Wenn der Schenkel fertig gebrutzelt hat, die Kräuter, Schalotte, Knoblauch, Maroni, Lorbeer und Paprika dazugeben.
    2 Minuten mitbraten, dann mit Tomatenmark und Weisswein ablöschen.
  5. Die Pfanne kommt nun zugedeckt für eine Stunde in den Ofen.
  6. Fleisch auf einem Teller im ausgeschalteten Ofen warm halten.
    Die Sauce reduzieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Fleisch dazu servieren.
    Fertig, guten Appetit!

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