Kartoffeln in Dörrtomaten Kapern Sauce

Kartoffeln in einer aromatischen Sauce aus angeschwitzten Dörrtomaten und Kapern mit Kokosmilch, garniert mit Schnittlauch und frischem Thymian.

Ja, ich weiss, dass ich meinen Blog der Paleo-Ernährung verschrieben habe und ja, ich weiss, dass die Kartoffel im Paleo verpönt ist… Trotzdem esse ich sie! Ich versuche dir in den nächsten paar Zeilen zu erklären warum und warum.

Giftstoffe
Oftmals sagt man ja, man solle die Süsskartoffel bevorzugen, da sie im Gegensatz zur Kartoffel kein Solanin enthält. Wusstest du aber, dass Süsskartoffeln Blausäure enthalten? Auf verschiedenen Internetseiten kann man dann lesen, dass die Blausäure beim Kochen “unschädlich” gemacht wird – das macht einen Studenten immer aufmerksam. Was bedeutet denn nun “unschädlich”?
Genaueres Nachforschem meinerseits hat ergeben, dass der Cyanwasserstoff (Blausäure) erst bei intensivem Kochen in die Luft abgegeben wird, wo die Substanz aber immer noch enorm gefährlich ist. Aber die Mengen in Süsskartoffeln sind relativ klein, so dass keine Gefahr besteht.

Genau das Selbe kann ich aber auch bei Kartoffeln sagen. Hier wird das Alkaloid Solanin erwähnt, wenn es um die “schädliche Wirkung” von Kartoffeln geht. Bei heutigen Züchtungen ist aber davon meist nur noch wenig vorhanden. Ältere Sorten musst du halt einfach schälen und ruck-zuck hast du das Solanin entfernt!
Um von Solanin erste Vergiftungserscheiningen zu haben müsstest du mindestens 2,5 kg rohe ungeschälte Kartoffeln futtern. Na viel Spass… 
 😀

Ausserdem gibt es beim Solanin keine Chronischen Vergiftungen – eine geringe tägliche Menge macht also gar nichts!

Vitamine
Süsskartoffeln und Kartoffeln sind einander, was den Vitamin- und Mineralstoffgehalt angeht, in etwa gleichgestellt. Einzig bei Vitamin A, beziehungsweise Beta Carotin liegt die Süsskartoffel vorne.

Die Kartoffel dagegen kann mit anderen Inhaltsstoffen die Süsskartoffel locker ausstechen: Sie enthält, wie ganz wenige pflanzliche Speisen, ein ausgewogenes Profil an essentiellen Aminosäuren!

Kalorien
An alle Kaloriensparer: Die Kartoffel enthält gut 25 % weniger davon. Dafür ist die Glykämische Last der Süsskartoffel etwas kleiner (Glykämischer Index).

PRAL
Säure-Basen-Haushalt ist auch so etwas, das man immer wieder zu hören kriegt. Möglichst basisch essen. Damit man sich da orientieren kann und eine Zahl vor Augen hat gibt es die PRAL-Werte. Je kleiner der Wert, desto basischer die Wirkung. Alles unter Null ist basisch, das darüber sauer. Süsskartoffel: 5.6; Kartoffel: 5.

Nachhaltigkeit
Süsskartoffeln gibt’s ja jetzt schon heimische – aber noch nicht ganzjährig, da die Knollen einfach nicht so lange gelagert werden können.
Dagegen lassen sich herkömmliche Kartoffeln ohne Probleme ganzjährig lagern.
Die Ökobilanz wird es dir danken.

Konsequent muss man sein
Wenn du meine Ausführungen nun gelesen hast und immer noch sagst: “Aber die Kartoffel ist NICHT Paleo!” dann beantworte mir ganz ehrlich folgende Frage: Isst du Tomaten, Auberginen, Peperoni, Chili, Spinat, Mangold, Rote Bete, Sellerie, Kürbis, … (die Liste ist seeeeehr lang)… ?
In all diesen Gemüsen sind Gifte enthalten, die die Pflanzen vor Frass schützen sollen. Speziell alle Nachtschattengewächse (Tomate, Aubergine, Peperonis, Chili, …) enthalten ebenfalls Solanin – wie die Kartoffel.

Du musst selber entscheiden, aber die Kartoffel wegen des Solanins zu kritisieren ist nicht nur bünzlihaft, kleinkariert und pingelig, sondern schlicht und einfach falsch!

Zutaten

250 g Kartoffeln
125 ml Kokosmilch
1 Hanf voll getrocknete Tomaten
2 EL Kapern mit 1 EL Flüssigkeit aus dem Glas
10 Halme frischer Schnittlauch
einige Zweige frischer Thymian (inklusive Blüten – wenn du findest)
1 Prise Muskatnuss, gemahlen
1 Prise Majoran, getrocknet
Olivenöl
Salz
Schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Die Kartoffeln in kochendem Wasser oder im Dämpfeinsatz 25 Minuten lang garen.
  2. Die getrockneten Tomaten hacken.
  3. Eine kleine Pfanne kurz vorheizen, dann etwas Olivenöl hinein geben, Kapern und Tomaten dazugeben und auf mittlerer Stufe etwa 1 Minute anschwitzen.
    Dann das Kapernwasser dazugeben, etwas Wasser angiessen und das Ganze zugedeckt köcheln lassen bis die Kartoffeln fertig sind.
  4. Kartoffeln mit kaltem Wasser abschrecken und schälen.
  5. Die Kokosmilch zu den Kapern geben, umrühren und probieren (eventuell Salzen).
  6. Den Schnittlauch, Thymian, ganz wenig Muskatnuss, Majoran und Schwarzen Pfeffer dazugeben, nochmals umrühren.
  7. Die geschälten Kartoffeln in die Sauce legen und vermischen.
  8. Das Ganze nochmals zugedeckt auf der ausgeschalteten aber noch warmen Herdplatte 2 Minuten ziehen lassen, dann servieren.
    Fertig, guten Appetit!

4 Kommentare

  1. Lieber Simon,
    diese Sauce ist eine tolle Alternative zu Quark, Dips, Pesto und Co., besonders bei ungemütlicher Witterung. Wir als ausgewiesene Kartoffel-Liebhaber sind sehr angetan von Deiner Komposition!
    Dank und liebe Grüße,
    Sandkorn

    1. Hallo Sandkorn
      Danke für deine positive Rückmeldung zu diesem Rezept. Die Inspiration ist gern geschehen. Diese Sauce aber macht die Kartoffeln saftig und würzig – dazu ein bisschen gehaltvoller.
      Liebe Grüsse auch an dich.
      Simon

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