Ossobuco mit Peperoni, Tomate und Rucola

Ossobuco, geschmorte Rindshaxe mit gerösteter Peperoni und Tomate, mit Rotwein, Lorbeer, Rosmarin, Thymian und frischem Rucola.

Das ist eine Premiere. Naja, fast…
Seit nun zwei Jahren esse ich ausser Geflügel und Fisch keine weiteren toten
Tiere. Ich hatte mir gesagt, dass ich nur essen will, was ich schon einmal getötet habe. Vergangene Woche habe ich tiefgründig nachgedacht und mit mir gerungen. Es ging um den Unterschied zwischen einem Huhn und einem Rind, zwischen dem “Bewusstsein” verschiedener Lebewesen. Ist es denn wirklich so, dass ein “dummer Vogel” einfacher gestrickt ist als eine Kuh oder ein Schaf? Wer hat denn mehr Recht auf sein Leben?

Ich bin zum Schluss gekommen, dass jedes Lebewesen auf diesem Planeten das gleiche Recht hat, zu Leben und gut zu leben. Nein, ich werde nicht Vegetarier, aber ich habe schon einmal Tiere getötet. Dabei hatte ich kein schlechtes Gewissen, denn ich wusste, dass die Tiere ein gutes Leben hatten und dass verantwortungsvolle Menschen aus ihnen etwas Leckeres zubereiten würden. Zu diesem Zweck wurden sie ja erst überhaupt in die Welt gesetzt…

Man mag darüber streiten, ob es nun recht ist, überhaupt Tiere zu halten, um sie später zu essen. Ich finde schon. Der Punkt ist, ich mache nun keinen Unterschied mehr, ob das, was ich esse, “nur” ein Huhn oder eben ein Rind war. Ich esse Tiere und damit Basta!

In diesem Sinne habe ich mir zum ersten Mal seit Jahren eine Freiland-Rindshaxe gekauft. Ich bin so, wenn Fleisch, dann möglichst am Knochen… Da drin steckt ja auch jede Menge Aroma.

Rindhaxen muss man schmoren. Ich habe mich wahnsinnig auf diese Mahlzeit gefreut und es war umso härter, im Nebenraum noch eine Weile zu trainieren, während dem in der Küche schon das Ossobuco schmorte und mit dem aufsteigenden Dampf Gerüche frei wurden, bei denen manch ein Geniesser zu sabbern beginnen würde. Mit ordentlich Hunger bin ich dann schliesslich doch in der Küche gelandet und habe das Werk vom Land, vom Tier, vom Bauern und von mir vollendet.

Wie ich das Stück Rind aus dem Topf gehoben habe, wusste ich, was ich während zwei Jahren verpasst habe. Ein perfekt durchgeschmortes Stück am Knochen, durchzogen und derart zart, dass es vom Knochen fällt und sich wie von selbst zerteilt, präsentierte sich im Kochtopf.

Zutaten

1 Rindshaxe, Freiland
2 Schalotten
1 rote Peperoni
1 Tomate
3 Blatt Lorbeer
1 frischer Zweig Rosmarin
3 frische Zweige Thymian
ein paar Blätter Rucola
2 EL Tomatenmark
2 EL Olivenöl
1 dl Rotwein
3 Nelken
Paprikapulver, edelsüss
Schwarzer Pfeffer
Salz

 Zubereitung

  1. Einen Schmortopf auf dem Herd vorheizen.
    Zwei Esslöffel Olivenöl darin verteilen und sofort das Fleisch hineinlegen. Bei mittlerer Hitze das Stück beidseitig je etwa 4 Minuten anbraten. Es darf und sollte dabei golden braun werden.
  2. Währenddessen die Schalotten schälen und grob zerteilen.
  3. Nach dem Braten das Fleisch kurz aus der Pfanne nehmen und auf einen Teller legen.
    Die Schalotten im Öl etwa eine Minute rührbraten, danach das Tomatenmark, Lorbeer und frische Kräuter hinzufügen und ebenfalls bei ständigem Umrühren etwa eine bis zwei Minuten dünsten.
  4. Das Ganze nun mit einem Deziliter Rotwein ablöschen. Diesen kurz aufkochen, danach das Fleisch wieder in die Sauce legen und zugedeckt auf kleiner Flamme etwa 2 bis 3 Stunden schmoren lassen.
  5. Währenddessen den Ofen auf 200 °C Unter- und Oberhitze vorheizen.
    Von der Peperoni den Stiel und die Kerne entfernen.
    Die Haut der Tomate mit einem Kreuz einritzen.
    Peperoni und Tomate im Ofen auf einem Stück Backpapier 10 bis 15 Minuten lang rösten. Die Haut darf dabei ruhig Farbe annehmen.
    Danach die beiden Gemüse auskühlen lassen und häuten.
  6. Tomate und Peperoni hacken.
    Für die letzte Stunde die beiden Gemüse zur Rindshaxe geben und mitschmoren lassen.
  7. Am Schluss das Fleisch auf einen Teller heben, Vorsicht, es kann zerfallen…
    Die Sauce mit dem Gemüse nun mit Salz und Pfeffer abschmecken, um sie dann über der Haxe zu verteilen.
    Das Gericht mit ein paar wenigen Blättern Rucola garnieren und servieren.
    Fertig, guten Appetit!

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