Pastinake mit Spinat und Zedernkernen

Golden gebratene Pastinake mit Knoblauch und Blattspinat an einer Sauce aus Rosmarin und Kokosmilch, garniert mit gerösteten Zedernkernen.

Ein unscheinbares, runzeliges und blass weisses Gemüse ist sie, die Pastinake. Unfassbar, dass ich die erst letztes Jahr, 2015, kennen gelernt und zuvor, zumindest nicht bewusst, noch nie gegessen habe. Dabei sollte gerade dieses Wurzelgemüse öfters auf dem Teller landen, gerade bei einer Paleo-Ernährung. Pastinaken liefern nämlich wertvolle Kohlehydrate, die sowohl den eigenen Körper, als auch das Darmbiom ernähren.

Kohlehydrate? Sind die nicht schlecht und machen fett?
Jein. Es geht darum, die richtige Auswahl zu treffen. Klar, wer seine Stärke aus fein gemahlenem Weissmehl bezieht, der gibt seinem Body damit eine Freikarte zum Ansetzen… Der Grund ist, dass Kohlehydrate in Weizen und co nicht innerhalb der Pflanzenzellen, sondern in einer Zwischenmatrix gespeichert sind. Diese kann unsere Verdauung praktisch gratis anzapfen, wodurch die Energie viel zu schnell ins Blut gelangt – man könnte ebensogut einfach Zucker essen.
Bei Wurzelgemüse, Kastanien und ähnlichen Kohlehydratlieferanten befindet sich die Energie in sogenannten Amyloplasten. Das sind kleine “Blasen” innerhalb der Pflanzenzelle, die dem Gewächs als Energiedepot dienen. Um da dran zu kommen muss unsere Verdauung zuerst die Zellwand aufschliessen – diese besteht aus Zellulose (versuch mal Papier zu essen…) und zum Teil sogar aus Lignin (Holz). Klar, dass da der Körper nicht ganz so einfach herankommt. Das Resultat ist eine langsamere und konstantere Versorgung mit der frei werdenden Energie.

Übrigens, ich habe mich schon öfters “low carb” zu ernähren versucht – ich für mich fühle mich dabei weder wohl, noch habe ich richtig Sprit in den Muskeln. Ein bewusstes Geniessen von gesunden Wurzelgemüsen, Kastanien und Kürbissen verbessert meine Leistungen, kurbelt die körpereigene Heizung an und sorgt für eine regelmässigere Verdauung.

Ein Grund mehr also, nebst dem tollen Geschmack, solch köstliche Pastinaken regelmässig zu verputzen und sich dabei daran zu erfreuen, was die Natur für vielfältige Aromen hervorbringen kann.

Zutaten

300 g Pastinake
150 g Blattspinat
30 g Zedernkerne (alternativ Pinienkerne)
1 Zehe Knoblauch
1 TL frische Rosmarinnadeln
1 Prise Thymian, getrocknet
Aceto Balsamico
2 EL Olivenöl
125 ml Kokosmilch
Salz
Schwarzer Pfeffer

Zubereitung

  1. Die Pastinake(n) gut waschen und der Länge nach halbieren. Diese Hälften zu länglichen Stücken schneiden, die in ihrer Grösse etwa einem Daumen entsprechen.
  2. In einer Bratpfanne zwei Esslöffel Olivenöl verteilen und die Pastinakenstücke darin unter ständigem Umrühren etwa 2 Minuten stark braten.
    Hitze auf Mitte oder knapp darunter reduzieren, leicht salzen, etwas Balsamico darüber träufeln, Rosmarin hacken und dazugeben, Knoblauch hacken und dazugeben, Thymian dazugeben, mischen und zugedeckt für gute 10 Minuten dünsten. Dabei ein, zwei Mal umrühren.
  3. Blattspinat dazugeben und unter ständigem Rühren kochen, bis der Spinat zusammenfällt (ca. 2 Minuten).
  4. Kokosmilch angiessen, alles mit Salz, Pfeffer und eventuell Balsamico abschmecken, umrühren und auf niedrigster Stufe ziehen lassen.
  5. Zedernkerne in einer kleinen Pfanne golden rösten und das Gemüse damit garnieren.
    Fertig, guten Appetit!

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