Sardinen Curry mit Guave und Kaffirlimette

Scharfes Curry mit Sardinen, frischer Guave, Tomate und Kokosmilch mit eigener, frisch gerösteter Gewürzmischung und Kaffirlimettenblätter.

Ich habe kürzlich ein ähnliches Rezept für ein Curry mit Hühnerbeinen geschrieben, aber die zweite damals erhaltene Guave will schliesslich auch einen Platz auf Spicyslice erhalten 🙂 . Für dieses Curry habe ich aber lediglich die Gewürzmischung geändert – es ist schärfer, enthält keinen Kardamom und natürlich nehme ich Fisch anstelle des Poulets.

Für Fischcurrys verwende ich eigentlich am liebsten Sardinen. Ich empfehle, diese in einem asiatischen oder türkischen Lebensmittelladen zu kaufen – da gibt es diese schon ausgenommen und ohne Kopf aus dem Tiefkühler. Da Sardinen zusammen mit Sardellen und Heringen die Fische sind, die am schnellsten verderben (weil die empfindlichen aber höchst gesunden Omega-3-Fettsäuren sehr schnell ranzig werden) ist tiefgekühlte Ware in den allerallermeisten Fällen frischer, als Frischware an der Theke (ausser du wohnst direkt am Meer, worum ich dich beneiden würde…). Dazu werden die Fische nämlich noch auf dem Fangschiff verarbeitet und eingefroren – so haben diese erst gar keine Gelegenheit gammlig zu werden.

Warum Sardinen?
Erstens ist die Sardine ein Fisch mit sehr intensivem Aroma. Da ein Currygericht, beziehungsweise die Gewürzmischung dazu auch sehr intensiv ist, sind solche fettreichen Fische (Sardelle, Sardine, Hering, Makrele) die besten Curry-Fische. Nur ihr starker Geschmack vermag es, bei den ganzen anderen Aromen erhalten zu bleiben.
Zweitens ist die Sardine ein Schwarmfisch. Das heisst, dass beim Fang dieser Tiere kein oder fast kein Beifang entsteht. Weil der Fisch sowieso klein ist, werden auch keine Exemplare die man eigentlich essen könnte wieder über Bord geworfen (so wie das bei anderen Fischen der Fall ist, wenn sie das gesetzliche Mindestmass nicht erfüllen).
Drittens steht die Sardine relativ weit unten in der Nahrungskette. Eine Einheit Sardinen brauchen also vergleichsweise wenig Ressourcen, während zum Beispiel Lachse, die sich von Fischen ernähren, viel mehr Nährstoffe des Meeres benötigen, um die gleiche Menge an Fleisch zu liefern.
Und viertens ist die Sardine einer der gesündesten Fische. Sie enthält mehr Omega-3-Fettsäuren als die meisten anderen Fische (mehr hat nur der Aal und der ist grob geschätzt 10 mal teurer). Da sie wie gesagt sehr weit unten in der Nahrungskette steht, reichert sie auch keine Schwermetalle an. Das ist noch wichtig, enthalten doch grössere Raubfische so viele Giftstoffe, dass die WHO bereits Warnungen herausgegeben hat, die von häufigem Verzehr mancher Arten dringend abraten.

Natürlich kannst du aber auch anderen Fisch verwenden: Schreib mir doch einen Kommentar, womit du am liebsten kochen würdest…

Ah ja, bei mir gab es dazu gebratene Auberginen und einen kleinen, exotischen Salat.

Zutaten

300 g Sardienen oder auch Sardellen (tiefgekühlt)
1 Guave (in asiatischen Lebensmittelläden erhältlich)
1 grosse Tomate
1 grosse Zwiebel
1 daumengrosses Stück Ingwer
2 Zehen Knoblauch
125 ml Kokosmilch
2 EL Kokosraspel
1 TL Zitronensaft
1 TL Palm- oder Kokoszucker
1 EL Kokosöl

1/2 TL Kurkuma
1 Zweig Basilikum
5 bis 7 Kaffirlimettenblätter (in asiatischen Lebensmittelläden erhältlich)
Salz

Für die Currymischung:
1/2 TL Bockshornklee
4 Nelken
1 TL schwarze Senfsamen
2 Birds-Eye Chilis
1/2 TL schwarze Pfefferkörner
1 TL Koriandersamen
1 Prisen Fenchelsamen

Alternativ: 1 EL Currypulver Tandori

Zubereitung

  1. Zuerst bereitest du die Currymischung zu: Dazu Nelken, Bockshornklee, Senfsamen, Chilis, Pfefferkörner, Koriandersamen und Fenchelsamen miteinander mischen und in einer kleinen Pfanne rösten, bis die Senfsamen zu knacken beginnen und das Ganze einen intensiven Geruch verströmt.
  2. Sofort die Gewürze in einen Mörser geben und fein zerstossen.
  3. Zwiebel und Knoblauch schälen und zusammen mit dem Ingwer fein hacken.
  4. In einer Bratpfanne das Kokosöl schmelzen und erhitzen, dann Zwiebel, Knoblauch und Ingwer dazugeben und langsam dünsten.
  5. Währenddessen die Guave mit einem Sparschäler schälen und der Länge nach in Schnitze schneiden. Das Innere mit den Samen herausschneiden (die Samen sind sehr hart und es sollen nach dem Essen ja keine Zähne fehlen).
    Zurück bleibt ein 1,5 bis 2 cm dicker Rand von nun samenlosem Fruchtfleisch. Dieses in feine Würfel schneiden.
  6. Die Tomate in Würfel schneiden.
  7. Jetzt kannst du die Tomate und Guave in die Pfanne geben, deine frisch geröstete Currymischung, Kurkuma, Salz, Zitronensaft, Kaffirlimettenblätter und Kokosraspel dazugeben, einen Becher Wasser dazu giessen und gut umrühren.
  8. Fehlen noch die Fische: Einfach ohne Auftauen auf dem Gemüse verteilen, dann den Deckel auf die Pfanne geben und das Ganze für etwa eine Stunde köcheln lassen.
  9. Wenn die Zeit um ist, den Deckel entfernen und die Restflüssigkeit bei starker Hitze einkochen lassen.
  10. Kokosmilch angiessen, gut umrühren, probieren, eventuell nochmals nachwürzen, dann mit den frischen Basilikumblättern garnieren und servieren.
    Fertig, guten Appetit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.